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CITIES OF LOVE – ein Vorwort

 

Verführerisch, lasziv und vulgär. Elitär, mondän und überheblich. Charmant, wild und frei: Hinter den Hochglanzfassaden der Weltmetropolen brodelt es. Wer sich auf das Abenteuer Großstadt einlässt, wagt eine Reise ins Ungewisse: Mit jedem Weg eröffnen sich neue Perspektiven, jeder Schritt gilt der Eroberung von Unbekanntem. Schier unendlich scheinende Eindrücke prasseln auf einen ein. 

 

Es sind Orte koexistierender Gegensätze, deren spannungsreiches Aufeinanderprallen beständig Neues entstehen lässt, einen prickelnden Reiz entwickelt. Niemand kann sich der Faszination der kraftvollen Kontraste entziehen, man wird von ihnen in den Bann gezogen. Den bayerischen Künstler und Filmschaffenden Mike Baran inspirierte diese Diversität der Energien zu seiner ausdrucksstarken Bilderreihe Cities of Love. 

 

Wie durch ein Kaleidoskop zeigt sein Werkzyklus Städte von Weltrang, in denen Liebe und Leidenschaft intensiv und impulsiv gelebt werden. Zwischenmenschlich, in der Kunst, auf taghellen Straßen und in dunklen Kneipen. Doch wo man im Überschwang feiert, ist der Absturz nicht weit. 

 

In seinen vielgesichtigen, digital erstellten Collagen bewegt sich der Künstler zwischen Bewunderung und Aversion, Schwärmen und Lästern und bündelt so Fragmente seiner persönlichen Eindrücke. Seine Bilder offenbaren, was nicht im Reiseführer steht. Dabei rückt jedes Werk seine ganz eigenen Protagonisten in den Mittelpunkt. Prostituierte, Filmstars, Persönlichkeiten aus Sport, Kunst und Musik werden zu Seelenspiegeln der Städte. Enthusiastisch, dunkel geheimnisvoll oder verrückt: Ungeahnte Abgründe tun sich auf, Verbotenes und Verborgenes kommt zum Vorschein – Begeisterung und Ernüchterung gehen Hand in Hand. 

 

Aus diesem Grund präsentiert sich jedes Motiv von Cities of Love zweifach: besonnen in klassisch komponiertem Schwarzweiß („noir") und lustvoll in leuchtenden Farben („meta“). Die Bilderserie zeigt jeweils zwei Seiten derselben Medaille. Wie ein ungleiches Paar, welches sich erst getrennt betrachtet mit all seinen Erfahrungen und Erkenntnissen wirklich entfalten kann. Auf diese Weise manifestiert sich die Dualität von Opulenz und Verfall – ein visueller Akt der Befreiung.

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